

Kurz vor Karriereende: Eisenbichler fliegt Bestweite in Planica
Markus Eisenbichler reckte den rechten Zeigefinger gen Himmel, dann küsste er im Auslauf die Kamera und schrie seine unbändige Freude durch die Skiflug-Arena von Planica: Mit einem Satz auf 238,5 m hat der scheidende Ex-Weltmeister für einen echten Paukenschlag gesorgt. Ausgerechnet bei seiner letzten Weltcup-Station, ausgerechnet auf seiner Lieblingsschanze sprang Eisenbichler am Donnerstag Tagesbestweite in der Qualifikation.
Vor dem 33-Jährigen (226 Punkte), der nach dem Wochenende seine Skisprung-Karriere beendet, landeten im Probelauf für den Wettkampf am Freitag (15.00 Uhr/ARD und Eurosport) nur seine Teamkollegen Andreas Wellinger (231,1) und Pius Paschke (228,9). Auch Karl Geiger auf Platz 19 (202,9) und Felix Hoffmann als 24. (196,7) qualifizierten sich.
Für Eisenbichler hat die gigantische Letalnica-Schanze eine ganz besondere Bedeutung. Hier, im slowenischen Skiflug-Mekka Planica, flog der Bayer schließlich einst so weit, wie kein anderer Deutscher bislang. "Der deutsche Rekord wird mir nie aus dem Kopf gehen", sagt Eisenbichler über jene 248 Meter, die er 2017 und 2019 stand.
Eisenbichler hatte in der Saison 2011/12 sein Debüt im Weltcup gefeiert und war lange ein Erfolgsgarant für das deutsche Team. Unter anderem gewann er bei der WM 2019 in Seefeld Gold im Einzelwettbewerb, hinzu kommen fünf WM-Goldmedaillen im Team, in Peking gewann er 2022 Olympia-Bronze mit der Mannschaft. In den vergangenen Jahren hatte Eisenbichler jedoch zu kämpfen, unter anderem verpasste er zuletzt die WM in Trondheim leistungsbedingt.
In Planica stehen nach dem Einzelfliegen am Freitag zwei weitere Wettbewerbe an: ein Teamfliegen am Samstag und der Saisonabschluss am Sonntag. Danach ist auch Eisenbichlers Karriere vorbei.
Ch.Schaack--LiLuX